Römerzeit - Lorenzen

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Römerzeit

Geschichte

Um Christi Geburt wohnten im Alpengebiet verschiedene Volksstämme, die zu einem etwas sagenhaften Königreich NORICUM gehörten. Eines dieser Völker, das im Pustertal lebte, waren die SAEVATES. Daher ist auch der Name SEBATUM und San Lorenzo di Sebato erklärbar. In den Jahren 16 und 15 v. Chr. eroberten die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, DRUSUS und TIBERIUS, das gesamte Alpengebiet. Es wurde fast fünfhundert Jahre lang von den Römern beherrscht. Die Römer bauten vor allem Brücken und Straßen durch die Alpentäler, um mit den Legionen besser durchmarschieren zu können und um besser Handel zu treiben. Schon bald führte eine gut ausgebaute Straße durch das Pustertal. Diese Fernstraße, eine Abkürzung zwischen Aquileia und Augsburg (via compendium), verband die Handelsmetropole Aquileia mit Aguntum, von wo aus die Straße über Littamum (Innichen), Sebatum und Vipitenum nach Veldidena (Wilten) führte. Von dort aus gelangte man über das Inntal und den Fernpass zur Hauptstadt der Provinz Rätien, Augusta Vindelicum (Augsburg).

Entlang dieser Straße legten die Römer im Abstand von einer Tagesreise Versorgungsstationen (mansio) an. Von denen gab es zwei im Pustertal. Eine davon war SEBATUM. Um die Entfernung anzuzeigen, stellte man in bestimmten Abständen Meilensteine auf. Ein solcher MEILENSTEIN stand lange an der Hauptstraße bei Sonnenburg. Jetzt befindet er sich vor dem Eingang zum Museum.
Die Römer kannten, im Gegensatz zu den damaligen Bewohnern, schon den Mauerbau mit Kalkmörtel. So entstand bereits in den ersten zwei Jahrhunderten die Siedlung SEBATUM, die vom Schraffl – Bühel gegenüber der Hl. Kreuz Kirche zu beiden Seiten der Rienz ein großes Stück flussabwärts reichte. Teile dieser Siedlung kann man an vielen Stellen noch sehen. Es handelt sich um Reste von WOHNHÄUSERN mit FUßBODENHEIZUNG und BÄDERN, um Lagerhäuser und Truppenunterkünfte. An der rechten Rienzseite sind die Reste einer MARKTHALLE (macellum) und am Schraffl – Bühel die eines QUELLHEILIGTUMS zu sehen. Bei Ausgrabungen fand man viele Vasen ,Tonscherben, Reibschalen, verschiedene Metallgegenstände und 22 Goldmünzen. In der Pichl Wiese, beim Neubau Innerhofer – Plankensteiner ,wurde ein römisches Gräberfeld mit  82 Gräbern freigelegt. Dabei fand man viele Glasperlenketten, Tongefäße und verschiedene andere Schmuckstücke, die den Toten als Grabbeigabe beigelegt wurden. Auf dem Sonnenburger Kopf entstand gegen Ende der Römerherrschaft eine große Befestigungsanlage, die von zwei Ringmauern umgeben war. Neueste Funde entdeckte man bei Ausgrabungen in der Nähe vom Kreuzwirt. Es sind dies eine Vielzahl von Münzen, Tonscherben, Fresken- und Stuckfragmente, sowie verschiedene Marmorstücke.
Wer waren die Bewohner unserer Ortschaft zur Zeit der Römerherrschaft ? Welche Sprache damals bei uns gesprochen wurde, kann man nicht genau nachweisen. Doch nahmen die Bewohner viel von den Sitten und Gebräuchen ,und vor allem von der Sprache der Römer (Latein) an. Wesentlich trugen dazu auch die vielen Soldaten und Händler bei, die aus allen Teilen des Römerreiches kamen. Man bezeichnete die Bewohner dann als ALPENROMANEN. Ihre Nachkommen leben heute noch als LADINER in den Dolomitentälern (Gadertal, Grödnertal, Fassatal, Buchenstein, Ampezzo
) und sprechen LADINISCH, eine Sprache, die aus der Vermischung des Latein der Römer mit der Ursprache der Bewohner unseres Tales entstanden ist.


 
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