Sonnenburger Weibele - Lorenzen

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Sonnenburger Weibele

Sagen / Sagenweg

Vor langer Zeit lebte im Schloss Sonnenburg bei St. Lorenzen ein gespenstisches Weiblein. Da geschah es, dass einmal spätabends ein Wanderer bei Sturm und Unwetter zum Schloss kam und dort eine Unterkunft zu finden hoffte. Vor der Burg saß aber das Weiblein und redete den Wanderer an. " Schon lange bin ich hier verzaubert . Ich bitte dich, dass du mich erlöst ; ich will dich dafür reich und glücklich machen." Der Mann entgegnete:" Ich will dich gern erlösen; sag nur ,was ich tun soll ! " Und das Weiblein sagte :" Du musst diese Nacht im großen Saal bleiben und darfst keinen Laut von dir geben, welcher Spuk auch immer kommen mag ." Der Wanderer begab sich nun in den Saal hinauf und blieb dort , während das Gewitter draußen tobte. Als es Mitternacht war , schritten allerlei Gespenster durch den Saal , Nonnen mit goldenen Ketten um den Hals und bewaffnete Ritter. Der Mann fürchtete sich nicht und gab keinen Laut von sich . Zuletzt kam aber ein höllischer Spuk : Zwei wütende Gespenster trieben seine arme Mutter, die vor ein paar Jahren verstorben war, vor sich her und wollten sie erstechen ! Da sprang er zornig auf und schrie: " Halt , ihr Kerle, keinen Schritt weiter , sonst drehe ich euch den Kragen um!" In diesem Augenblick

tat es im Saal einen furchtbaren Krach , und der Spuk verschwand. Darauf kam das Weiblein traurig herein und sagte:" O weh, ich hätte durch dich erlöst werden können! Nun muss ich wieder hundert Jahre büßen." Noch immer geht das Weiblein klagend und stöhnend im Schloss um und wartet auf Erlösung.

 
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