Schwefelquelle von Ramwald - Lorenzen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Schwefelquelle von Ramwald

Sagen / Sagenweg

Im Bad Ramwald oberhalb von Montal lebte vor alter Zeit ein Badwirt, der niemanden leiden konnte außer seine Gäste. Er wusste sonst von jedermann etwas Böses zu erzählen und lebte auch mit seinen Nachbarn in ständigem Unfrieden. Er hatte seine Freude daran, seinen Gästen am Abend in der Gaststube recht viel Verlogenes aufzutischen, und es verging kein Tag, ohne dass er irgendjemanden verunglimpfte.
Wenn es den Gästen dann zu arg wurde, und sie sagten, dass dies offenbar erlogen war, dann wurde der Wirt zornig und rief: „Wenn das nicht wahr ist, soll mich der Teufel holen!“, oder „dann soll mich der Boden verschlingen!“ Nun lebte aber damals im benachbarten Onach ein würdiger Seelsorger, der allen Menschen Gutes tat. Aber der Wirt konnte ihn nicht leiden, weil der geistliche Herr einmal gepredigt hatte, dass das lange Sitzen im Wirtshaus nichts tauge. Eines Abends ging in der Gaststube des Badhauses das Gespräch von dem würdigen Mann, den jeder gern hatte. Nur der Badwirt schaute finster drein. Und als ihn einer seiner Gäste anredete: „Was schaut ihr so finster, Herr Wirt? Ihr seid doch auch recht zufrieden mit dem Herrn Kuraten, gibt es doch landaus, landein keinen würdigeren Geistlichen!“,

da wurde der Wirt zornig und erzählte eine böse Geschichte vom Kuraten, die rein erlogen war.
Die Gäste riefen: „Das ist nicht wahr, dem guten Herrn geschieht Unrecht!“ Darauf erwiderte der Wirt: „Wenn das nicht wahr ist, soll mich sogleich der Boden verschlingen!“ Aber kaum war das ausgesprochen, da tat sich der Boden auf und verschlang ihn. An derselben Stelle, wo der Verleumder in die Erde gefahren war, kam ein Wasser zum Vorschein, das lauter Schwefel führt und nach faulen Eiern schmeckt. Das Brünnlein fließt in Ramwald noch heute.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü